ethical fashion show

Nachhaltigkeit und moderne Technologie schließen sich heutzutage nicht mehr aus, im Gegenteil: Sie befruchten sich. Ich war für Euch auf der Ethical Fashion Show.Bis vor kurzem waren der Green Showroom und die Ethical Fashion Show kleine Randmessen auf der Fashion Week. Hier traf auf man primär auf dieses Publikum ausgerichtete Einkäufer. In den letzten Jahren hat sich das Blatt rasant geändert: Nachhaltigkeit gehört nun zum guten Ton und kaum ein Shop hat nicht zumindest ein faires Label am Start.

Nachhaltigkeit: Trend oder schon Zeitgeist?

Das spiegeln auch die Messen wieder. Aber ganz ehrlich, ich brauche nicht wirklich einen exklusiven Trendvortrag von Li Edelkoort, um zu wissen, dass Nachhaltigkeit, Handwerk und Transparenz enorm wichtige Themen werden sollen. Beziehungsweise: Sind sie es denn nicht schon längst?

Nichtdestotrotz: Der Besuch der Ethical Fashion Show hat sich wirklich gelohnt. Ähnlich wie auf der Seek, findet sich hier ein entspannte Mischung von groß(geworden)en Marken und spanndenden Newcomern. Durch den unaufgeregten Standbau ergibt sich eine friedliche Coexsitenz im Konkurrenzbehafteten Modebusiness.

Große Marken und spannende Newcomer

Selbst beinahe vergessene Marken wie Skunk Funk scheinen dank dem Nachhaltigkeitstrend ein Revival zu erleben. Groß prangt dort am Stand, dass man seit 2017 ein Zertifikat für fair Produktion habe. Tatsächlich ist die Kollektion überraschend überzeugend. Tolle Details und gewohnt schöne Prints. Warum soll faire Produktion auch nur ein Plus der kleinen Labels sein? Erst wenn der Gedanke bei den großen ankommt, ändert sich schließlich wirklich etwas.

Fashionsustain – multidisziplinäre Plattform

Das wirklich spannende waren jedoch die diversen Vorträge der Fashiontech. Bisher fanden diese primär auf der Panorama statt. Sie wurden in diesem Jahr mit der FashionSustain kombiniert, was wunderbar zur Messeausrichtung passte. Ein straffes Prgramm aus Themen rund um neue Materialien, Upcycling und generell den Kreislauf in der Mode wurde hier anregend diskutiert. Und damit nenne ich nur einige. Dass diese Themen längst keine ferne Zukunftsmusik mehr sind, bewiesen die stets restlos belegten Plätze.

Zwischen den Ausstellern fanden sich ebenfalls interessante neue Konzepte und Produktionsmöglichkeiten.
Nachdem mit Rhabarber gegerbtes Leder bereits eine coole Alternative darstellt, fand man nun auch Leder, dass mit Oliven gegerbt wird.
Ebenfalls hoch spannend ist eine Färberei, die anbietet fertige Teile zu färben und das umweltschonend. Der Prozess soll sogar bei Kunstfasern funktionieren (normalerweise kann man nur Naturfasern färben). Für kleine Produktionen würde das beispielweise heißen: Sie bräuchten nur einen Grundartikel produzieren und könnten diesen nach Bedarf einfärben. So kann man flexibler auf Verkäufe reagieren.